Städte altern. Nicht ganz so offensichtlich wie wir Menschen und sie spritzen sich auch selten Botox ins Gesicht. Aber dennoch verändern sich Städte fast täglich. Es findet nur so langsam statt, dass es uns fast nicht auffällt, dass sich das ganze Stadtbild langsam verändert, wenn hier ein einzelnes Haus entsteht oder dort eines abgerissen wird. Umso spannender ist es einmal Sonntags durch die Stadt zu spazieren und bewusst auf die alten Hausfassaden zu achten, die zeigen, wie die Stadt früher einmal gewesen sein muss. Und noch schöner ist es, wenn das gleiche Café, dessen Schild noch über den Eingang hängt, auch noch hinter der Fassade beheimatet ist.
Die hier abgebildeten Fassaden zeigen zwei Cafés und einen Tante Emma Laden in Wiesbaden. Das gleiche Gefühl lässt sich aber mit Sicherheit auch in anderen Städten hervorrufen. Man muss nur die Augen aufmachen.
Kaum ein Job klingt nach einfacher verdientem Geld, als der von Steve Harshon. Er war lange Zeit dafür berühmt – zumindest unter allen, die regelmäßig in Hollywood verkehrten – seine Hände ab und zu in die Kamera zu halten und dafür tausende Dollar zu kassieren. Was nach dem schönsten aller Leben klingt, ist in Wahrheit – wie so oft – ein gar nicht so einfacher Job. Die Doku The Hands of Hollywood demonstriert genau das. Gefunden bei Selectism.
Meine Begeisterung für die Fotografin Ailine Liefeld habe ich ja bereits an anderer Stelle zum Ausdruck gebracht – jetzt gibt es in den Weiten des Internets aber eine neue Seite von ihr, die ich für unbedingt sehenswert halte. Ailine fotografiert nicht nur, sondern kocht auch gerne. Nun hat sie beides in Blogform zueinandergebracht und mit Aicuisine veröffentlicht. Das Projekt ist noch im Wachstum, sprich noch dünn besetzt, aber ein hohes Besucheraufkommen sorgt doch hoffentlich dafür, dass Ailine uns noch regelmäßiger mit Nachschub beglückt. Viel Spaß beim Nachkochen oder – für diejenigen Männer und Frauen, die es so halten wie ich – einfach nur mit den Augen aufessen.
Bei Malte habe ich den Link zum Portfolio des Fotografen Ward Roberts gefunden, den ich hiermit gerne mit weiteren Teilen der Welt teile. Meine Lieblingsserie ist wohl “Courts”, die anderen, die es im Portfolio zu sehen gibt, ist es aber mindestens ebenso wert zu betrachten. Die Farben, das Auge für Linien, die Architektur innerhalb der Architektur. Das sind wohl die Faktoren, die die Fotos ins Auge und ins Gedächtnis einbrennen. Sehr schön.
Eigentlich reicht es nur einen Satz aus dem Artikel von Molly Young aus der aktuellen GQ zu zitieren:
»When you see ten stars on a best-dressed list looking vaguely alike, it’s because their stylists all Googled the same images.«
Denn: Es ist eigentlich kein Geheimnis. Stars kleiden sich nicht selbst ein. Schon gar nicht die männlichen. Für die Männer Hollywoods ist die Tatsache, dass eine Stylistin ihre Outfits auswählt das Pendant zu dem, was Botox für die Promi-Frauen ist.
»They don’t want to cop to using Botox; they just want you to think they look young. Styling is the man’s version of Botox.«
Ein sehr lesenswerter Artikel von Molly Young mit Fotos (wie dem oben) von Eric Ray Davidson mit einigen Tipps, die man sich gerne hinter die Ohren schreiben kann:
»”There’s no way you can wear Ed Hardy and be cool in other parts of your life.” Translation: A man’s clothing is the window to his soul, and a jeweled viper with kanji detailing does not reflect well of that soul.«
(Achtung: Potentielle Spoiler). Die amerikanische TV-Serie Mad Men dürfte neben der exzessiven Darstellung von Alkoholkonsum vor allem für eines bekannt sein: Für die überaus authentische Darstellung des Stils der 60er Jahre. Und zwar bis ins letzte Detail. Nicht nur Mode, Outfits, von Männern dominierte Welt und Rassismus geben die Ära realistisch und befremdlich zu gleich wieder, der Perfektionismus reicht bis auf den Müll, den die Familie nach dem Picknick auf dem Rasen hinterlässt. Da ist es fast schon selbstverständlich, dass auch die Wohnung und Einrichtung der Hauptfigur Don Draper nahezu aus dem Fernsehschirm nach 60er Jahren riecht.
Sicherlich lässt sich hier und da über den Geschmack streiten, aber mindestens den Sessel im Wohnzimmer wünscht man sich zu sich nach Hause – zusammen mit Megan Drapers wundervollen Tanz- und Gesangsdarbietung. Die LA Times hatte das große Glück die Wohnung (wirklich oder nur in Interviews, das wird nicht ganz klar) besuchen zu dürfen und geht im entsprechenden Blogpost noch weiter ins Detail. Und ich gehe meine Küchenschranktüren blau anstreichen.
Bis ich diese Bilder gesehen habe, habe ich Zugfahren nicht unbedingt mit einem gemütlichen Reisestil in Verbindung gebracht. Wenn allerdings die Deutsche Bahn ihre Züge in Zukunft ähnlich ausstattet wie Indien den Luxuszug Maharajas’ Express, würde ich die ein oder andere Bahnfahrt als Flugersatz durchaus in Erwägung ziehen. Gefunden bei beautiful life.
Wo jetzt die nächste Staffel Mad Men für den kommenden März angekündigt wurde, wird es Zeit sich auf die neuen Folgen einzustimmen. Das macht man am besten nicht vor dem Fernseher, sondern mit Zuhilfenahme eines Buches, am besten eines, das sich mit der Werbung aus der Zeit beschäftigt, in der die Serie, in der es nun einmal irgendwie auch um Werbung geht, beschäftigt. Und man wird feststellen, es bewahrheitet sich: Vieles war früher einfacher. Und vieles ändert sich nicht.
Nicht nur regelmäßigen Teilnehmern von Gender-Studies-Seminaren wird bewusst sein, dass man so richtig harte Männer nur an einem Ort finden kann: In Noir-Romanen. Eine ganz besondere Faszination für diese Art Charaktere hat Nils Heuner entwickelt. Genauer gesagt: Für deren Essgewohnheiten. Über die schreibt er nämlich in seinem Blog Hardboiled Heuner, das hiermit allen Interessierten ans Herz gelegt sei. Die Lektion ist nämlich: so richtig harte Kerle ernähren sich meistens gar nicht so schlecht.