Autor: The Modern Gentleman
Datum: 30. November 2010
Neben dem Büro ist die eigene Wohnung wohl der Ort, an dem jederman die meiste Zeit verbringt. Vor allem die Zeit, in der nach Entspannung und Zerstreuung gesucht wird. Da ist es von höchster Wichtigkeit diesen Ort auch so zu gestalten, dass der Aufenthalt sich möglichst angenehm gestaltet. Das kann auf so unendlich viele erdenkliche Arten getan werden, dass man froh sein kann sich für einen Stil entschieden zu haben. Wenn dieser aber irgendeinmal dann auch gut ist, kann man sich im Internet sehr einfach Inspiration für eine Umdekoration holen – durch fremde Wohnungen laufen bietet sich da schließlich weniger an. in solcher virtueller Ort ist beispielsweise das Tumblr-Blog
Home Sweet Home, welches unzählige Bilder aus verschiedensten Wohnungen liefert und mit Sicherheit einige Ideen kreiert oder zumindest einige Stunden verstreichen lässt.
Autor: The Modern Gentleman
Datum: 29. November 2010

Abb. 1 — My Wardrobe Screenshot
Ich bin ja immer wieder freudenerregt, wenn ich im Internet auf einen Shop stoße, der Kleidungsstücke anbietet, die mich schon aus meinem Monitor heraus anstrahlen. Noch erfreuter bin ich aber, wenn besagte Shops auch noch zu mir kommen. So war es bei
Online-Shop von My-Wardrobe. Die Marketingabteilung in Form einer netten Dame schrieb mir, wies mich darauf hin, schenkte mir einen schönen gestreiften Schal, dessen Fan ich schon immer war und schon habe ich mich dazu breitschlagen lassen im Header einen breiten, dafür nicht allzu hohen Banner für besagten Shop zu schalten.

Abb. 2 — Seidenschal von Paul Smith
Wie es sich so gentlemanmäßig gehört lasse ich aber die Wahl: Mit einem Klick auf den Link über dem Banner lässt sich die Werbung dauerhaft beseitigen. Auf dem Rechner wird dann ein Cookie gesetzt. Wer es sich überlegt und The Modern Gentleman wieder mit fleißigen Klicks unterstützen möchte, kann die Anzeige mit einem neuen Link unter dem Suchfenster wieder einblenden.
Nun, wo raus ist, dass ich so einfach käuflich wie bestechlich bin, ist mein Ruf zwar für immer ruiniert, vor der anstehenden sozialen Kälte kann ich mich mit meinem neuen Schal aber immerhin gut schützen.
Autor: The Modern Gentleman
Datum: 25. November 2010

So langsam ist die Jahreszeit angebrochen, in der man mit Kalendern für das nächste Jahr von Pizzalieferanten, Druckereimitarbeitern und fast allen anderen Menschen der Welt beworfen wird in der Hoffnung, dass einer davon wie durch ein Wunder an einem kleben bleibt um dann am Ende doch an der Wand zu hängen, wo man dann jeden Tag auf das entsprechende Logo starrt. Die meisten Kalender aber sind nicht unbedingt mit guten Ideen bepackt, sondern meistens mit Layouts, die jede Dosis Baldrian in den Schatten stellen.
Nicht so der Kalender namens
ReprintMe, den ich entdecken durfte als
Sebastian mich in die entsprechende
Fangruppe bei Facebook einlud. Die Idee ist: Es gibt regelmäßig Kalendervorlagen, die man bei Bedarf selberdruckt und zwar auf bereits bedrucktes Papier, das ja bekannterweise zwei Seiten hat. So kauft man keinen Kalender und benutzt benutztes Papier und hat quasi doppelt gespart also fast einen ganzen Baum, wenn man das so hochrechnet. Ein lobenswertes Projekt mit einladender Website. Genau so muss Hippietum aussehen.
Autor: The Modern Gentleman
Datum: 24. November 2010
Blogs, die sich um Rechtsangelegenheiten drehen, gehören nicht unbedingt zu den Dingen, die einen in Adrenalinrausch versetzen. Und meistens schon gar nicht in Entzückung über die äußere Form. Jura gilt als trocken, auswendiggelernt und spießig, befreit von jeglicher sprachlicher wie visueller Ästhetik. Und ja – auch beim
Art Lawyer Magazin kann man sich darüber streiten ob die Inhalte jetzt zum spannendsten gehören, was diese Welt zu bieten hat. Aber: Die äußere Form bringt designaffines Publikum zumindest mal dazu sich quer durch die Seite zu klicken und über die Headlines drüberzulesen. Selbst das gelingt den meisten Rechtsblogs nicht. Eigentlich schockierend, dass nur diesen Betreibern aufgefallen ist, dass man eine ästhetisch anspruchsvolle Seite schaffen muss, wenn man Kunden hat und/oder möchte, die ästhetisch anspruchsvolles Schaffen. Know your audience!
Autor: The Modern Gentleman
Datum: 23. November 2010
Wenn man sich nun entschieden hat, ob man zu den Menschen mit Bebartung oder ohne gehören möchte, kann die Entscheidung dazu geführt haben, dass die Härchen, die einem so tagtäglich aus dem Gesicht sprießen, beseitigt werden müssen. Ich persönlich war vor wenigen Tagen bei einem nahegelegenen Drogeriemarkt und kaufte mir ein gefühlt Tausendklingengerät ein, welches aber auf der Haut die selbe Verwüstung hinterlässt wie die Einklingeneinwegrasierer, den ich einst benutzte.
Entweder meine Haut ist ein weinerliches Sensibelchen oder es ist einfach egal welche Zahl von Klingen da am Rasierer hängt. Auf der Coolnesskala liegt die Rasur mit einer Rasierklinge aber natürlich ganz weit oben, auch wenn das bei mir mit Sicherheit zu regelmäßigen Blutbädern führen würde. Doch es gibt mit Sicherheit motorisch fähigere Menschen, die auch gefallen an besonders schönen Produkten dieser Art finden, denen ich an dieser Stelle gerne den Baxter Blue Steel »Not a Replica« Straight Razor vor. Der ist ganz in Schwarz, sieht also aus wie ein Designer, und scharf.

Abb. 1 — Baxter Blue Steel »Not a Replica« Straight Razor
Autor: The Modern Gentleman
Datum: 22. November 2010



Manchmal entdeckt man über Blogs und Bekannte Online-Portfolios von Künstlern, Designern und Fotografen, die einen selbst in sofortige Begeisterung stürzen. So war es auch als ich das erste Mal auf die Website von
Ailine Liefeld kam. Die Seite sieht mittlerweile mehrfach ganz anders aus, zeigt aber noch immer tolle Bilder.
Ailine Liefeld lebt und arbeitet gemeinsam mit ihrem wunderschön lockigem Rothaar auf dem Kopf in Berlin. In dieser Stadt macht sie auch alle Fotos für das Magazin
Freunde von Freunden, das mit dem
Lead Award 2010 in Silber für das Webmagazin des Jahres ausgezeichnet wurde – vor ihnen war nur der Freitag. Bei Freunde von Freunden werden Berlins Kreative zuhause besucht, interviewt und fotografiert –
The Selby Berlins quasi. Nebenbei und zusätzlich betreibt Ailine auch noch das Tumblr-Blog
bcaptured, das ich wegen eines großartig fotografierten Sushis fand und immer wieder nach Nahrungsbildern durchforste. Wer in Berlin also eine total tolle Fotografin beauftragen muss – voilá!
Zusätzlich zu all den schönen Dingen kann man Ailine Liefeld auch bei
Twitter folgen (vielleicht schreibt sie dann wieder mehr) oder
bei Facebook hinzufügen.
Was sacht ihr?

Autor: Malte Müller
Datum: 19. November 2010

Abb. 1 — Innenansicht eines Metropolitan der Deutschen Bahn
Zugfahren! Die nobelste und angenehmste Form der Überlandreise ist an sich eine feine Sache – in der Praxis stehen den Vorteilen der Bahn jedoch nicht selten Ärgernisse entgegen. Doch darüber sollen sich andere aufregen. Ich übe mich in Zurückhaltung und spreche lieber vom bestmöglichen Reiseverlauf, dem größten Glücksfall, der einer Bahnreisenden oder einem Bahnreisenden in diesem Land begegnen kann: Eine unverhoffte Fahrt mit dem ehemaligen Metropolitan.
Die beiden verbliebenen Züge der Metropolitan-Klasse sind das Überbleibsel eines Experiments der Deutschen Bahn aus dem Jahr 1999 – einem Jahr, in dem es das hässliche Wort Billigflieger noch nicht gab. Die Idee: eine schnellere, besser ausgestattete Variante des ICE auf der Strecke zwischen Hamburg und Köln, betrieben von einem dafür gegründeten Subunternehmen. Das Interieur der Metropolitan-Züge ist eine Freude: Decke und Gepäckablagen aus Edelstahl. Holzverschalte Ledersessel, größer und bequemer als in der ersten Klasse der aktuellen ICE-Generation. Kein einziges Stück Plastik im Innenraum, größere Fenster und indirektes, warmes Licht. Das alles konzipiert und gestaltet vom Hausarchitekt der Bahn, Meinhard von Gerkan. Dazu kamen eine Cocktailbar (!) und tragbare DVD-Player (!!) samt Filmen zum ausleihen.
Seit dem Ende der Metropolitan-Verbindung setzt die Bahn die beiden Züge als Ersatzfahrzeuge auf verschiedenen ICE-Strecken ein. Falls also ein merkwürdig eckiger ICE in den Bahnhof einfährt, aus dem nach dem Halt an allen Türen Fahrtbegleiter aussteigen: Laden sie den Weekender auf die Gepäckablage, machen sie es sich bequem und nutzen sie die Fahrt, um den äußerst ausführlichen und nicht weniger unterhaltsamen Wikipedia-Artikel zu lesen. Ich tat eben dieses, als ich vor kurzem das Glück hatte, eine Reise von Berlin nach Hamburg in einem der beiden Züge antreten zu dürfen.
Im Metropolitan gewinnt die Bahnfahrt ihre Schönheit und Ruhe zurück. Sie wird wieder das, was sie vor langer Zeit einmal war: bequemes, entspannendes, umweltfreundliches, modernes Reisen.
Autor: The Modern Gentleman
Datum: 18. November 2010
Manchmal gibt es diese Läden, die alleine durch ihre Aufmachung, ihre Innenarchitektur und sympathisches Personal dazu führen, dass man alle vorhandenen Objekte einkaufen und verwerten möchte, ohne sich eines davon im Detail angesehen zu haben. Das gilt für den J.Crew Store (s. Video oben) mit vollster Sicherheit. Leider können die abgebildeten Kleidungsstücke nicht in Deutschland gekauft werden, außer man ist bereit ordentlich aufs Porto draufzulegen, aber vielleicht kommt ja mal eines Tages in Berlin. Oder München. Oder Hamburg. Oder wo man eben so einen Laden dann aufmacht in Deutschland. So lange bleibt nur der
Onlinestore und die Frage: Welche Läden in Deutschland rufen bei euch einen solchen Sabbereffekt hervor wie J.Crew?
Autor: The Modern Gentleman
Datum: 16. November 2010
Bei meinem Lieblings-Auslandsbestelldienst Asos (den es seit einer Weile auch mit deutscher Betextung und Portobepreisung gibt) wurde vor einigen Monaten Paul Smith Jeans als spezielle Designermarken-Rubrik eingerichtet. Seitdemkönnen für – relativ – schmalen Thaler schöne Bekleidung des britischen Designers erworben werden. Ich habe drei Paul Smith Produkte rausgegraben, die mir besonders ins Auge gestochen sind:

Abb. 1 — Paul Smith Jeans T-Shirt
Das bekannte Motiv, auf dem ein buntes Zebra zum Zebra mit bunten Beinen sagt »New Socks?«, dürfte bekannt sein, jetzt kam auch eine Version mit Tigern hinzu. In weiß oder schwarz für 47,27 €.

Abb. 2 — Paul Smith Jeans Pullover
Weil wir im Büro zwar zahlreiche Diskurse über die korrekte Einstellung der Heizung geführt haben, aber noch zu keinem dauerhaft haltbaren Ergebnis gekommen sind, bin ich ein ganz großer Fan von Pullovern geworden. Der abgebildete kuschelig-warme kostet 155,50€.

Abb. 3 — Paul Smith Jeans Reisetasche
Statt sich einzupacken wie eine Zwiebel, kann man aber auch zum Flughafen fahren, nach Hawaii fliegen und den Restwinter nur noch Pina Colada schlürfen. Die Tasche gibt es als Reisetasche und für Internetsüchtige (ich kenne doch meine Leser!) auch als Laptoptasche.
Autor: The Modern Gentleman
Datum: 15. November 2010

Abb. 1 — Burlesque Taenzerin, Foto von flickr-User Deb O'Nair
Spätestens seit Dita Von Teese vor einigen Monaten in jedem Werbespot und Promibeitrag auftauchte, hat sich (Neo-)Burlesque als neue Bezeichnung und Form für Frauen, die sich ihrer Kleidung entledigen, durchgesetzt. Und natürlich entflammt die pseudintellektuelle Flut der gesellschafltichen Moralaposteln ebenso wie die Antimoralaposteln und die Gruppe der Ichhabmitbeidennnichtszutun – also irgendwie alle – wieder die Diskussion darum, ob Frauen vor Publikum ihre Kleidung ausziehen können und trotzdem irgendwie Feministinnen sein können und trotzdem nicht verdinglicht werden. Ihr kennt ja die Fragen und die Palette an Antworten.
Richtig interessant ist die Diskussion nur, wenn man diejenigen sprechen lässt, die tatsächlich mittendrin sind im Geschehen – also zum einen die Besucher und zum anderen die Burlesque-Tänzerinnen. Die können am besten Erklären wo der Unterschied zum Go-Go-Dance und Stripteaser liegt, ob es verschiedene Werteebenen gibt oder ob es einfach nur ein anderer Name ist. Sehr lesenswert, wortgewandt und dadurch interessant hat das im Thought Catalog Maura Hehir beschrieben.
Sie schreibt darüber wie sie nach dem ersten Besuch einer Burlesque-Show am Anfängerunterricht teilnimmt, wie sich ihre selbstwahrnehmung wandelt, wie die erfahrenere Burlesque-Lehrerin darüber denkt, warum eine ehemalige Go-Go-Tänzerin am Unterricht teilnimmt und warum Männer die Shows besuchen.